Manchmal versteht man ein Land nicht zuerst durch Zahlen, sondern durch einen Moment.
Für Dr. Fritz Audebert war es in Bogotá ein Regenbogen, der sich über die ganze Stadt spannte. Darunter eine Metropole mit knapp 11 Mio. Menschen. Ein Land, mehr als 3x so groß wie Deutschland, mit Häfen an Karibik (Cartagena) und Pazifik (Buenaventura), mit enormen natürlichen Ressourcen und einem BIP pro Kopf von knapp 8.000$. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert bei rund 53.000$.
Kolumbien ist ein Land der Gegensätze. Und gerade deshalb ein Land mit großem Potenzial.
Auf Einladung von Gunther Neubert, Hauptgeschäftsführer der Cámara Colombo-Alemana | AHK Colombia, durften wir eine Keynote für die AHK Next Generation sowie die Mitarbeitenden der Kammer halten: über 50 junge Führungskräfte, die die Zukunft der deutsch-kolumbianischen Wirtschaftsbeziehungen mitgestalten.
Dr. Fritz Audebert sprach über Interkulturalität, Macht und Zukunft in einer Welt, in der China, Indien, Europa und Lateinamerika ihre Rollen neu austarieren.
Was Ihn besonders beeindruckt hat?
Die Energie dieser jungen Menschen. Die Offenheit der Diskussion. Und die Ernsthaftigkeit, mit der über die Zukunft Kolumbiens gesprochen wurde. Kolumbien ist wirtschaftlich noch stark von Primärwirtschaft geprägt. Zugleich begegnet man einer jungen Generation, die mehr will als die Fortschreibung des Bestehenden.
Noch lange nachwirken wird sein Besuch in der Deutschen Botschaft in Bogotá. Simon Herchen (stellvertretender Botschafter) hat ihm einen beeindruckenden Blick auf Kolumbien eröffnet: auf ein Land, dessen Chancen man nur versteht, wenn man seine Geschichte, politische Lage und geographische Bedeutung ernst nimmt.
Gerade deshalb sind Botschaften und AHKs für Unternehmen wie ICUnet so wichtige Partner: Sie helfen, ein Land nicht nur als Markt zu sehen, sondern in seiner Geschichte, Kultur und Gegenwart zu verstehen. Sie bauen Brücken, wo reine Wirtschaftslogik oft zu kurz greift.
Zwischen den Terminen blieb noch Zeit für das Museo Botero und die Plaza de Bolívar. Kunst, Geschichte und Gegenwart liegen in Bogotá nah beieinander. Besonders vor dem Justizpalast wurde spürbar, wie sehr die Jahre der Gewalt und des Terrors Kolumbien geprägt haben.
Vielleicht war genau deshalb der Regenbogen über Bogotá so ein starkes Bild: Er verdeckte nicht die Geschichte. Aber er zeigte, dass Zukunft möglich ist.
Nun geht es weiter nach Mexiko: zu unserem ICUnet-Standort in Puebla und zu einer neuen Aufnahme für den Mexiko-Podcast von Björn Lisker. Auch dort wartet der nächste Perspektivwechsel: Mexiko liegt beim BIP pro Kopf fast doppelt so hoch wie Kolumbien und ist wirtschaftlich ein weiterer Schlüsselmarkt Lateinamerikas.
Wir danken Gunther Neubert, Carolina Santana und Simon Herchen herzlich für die Einladung, die offenen Gespräche und die wertvollen Einblicke. Diese Reise hat Dr. Fritz Audebert wieder gezeigt, wie viel entsteht, wenn Menschen bereit sind, über Grenzen hinweg zuzuhören, zu lernen und gemeinsam Zukunft zu gestalten.